Corporate Social
Responsibility hat einen enormen Stellenwert
erhalten: Bei immer kritischeren, sensibilisierten
und besser informierten Konsumenten,
aber auch bei Journalisten und
Managern. Unternehmen legen vermehrt
Wert auf verantwortliches Handeln, beziehen ökologisch relevante Aspekte in ihre
strategischen Überlegungen mit ein und
pflegen die Beziehungen zu Mitarbeitern
und Partnern in einer tiefer greifenden Weise.
Handelt es sich dabei um eine fragwürdige
Feigenblattpolitik mancher Konzerne,
die Kommunikationsmechanismen nutzen,
um in wirtschaftlich schwierigen Zeiten im
rechten Licht zu glänzen? Oder hat die Globalisierung
schließlich auch zu einem globaleren
Denken geführt?
Beides trifft wohl zu. Diejenigen, die nur
das Licht der Schweinwerfer suchen, werden
bald wieder im Schatten stehen. Doch Unternehmen,
die die Thematik ernst nehmen,
auf nachhaltigen Werten aufgebaut sind und
diese pflegen, werden auch langfristig die
Früchte ihrer Arbeit ernten. Aber auch diese
bemühten Unternehmen sind aufgrund des
Zwangs, auf möglichst allen Ebenen engagiert
zu sein, der Gefahr ausgesetzt, dass ihr
ehrliches Handeln wie die erwähnte Feigenblattpolitik
wirken kann.
Schon allein deshalb darf CSR kein Gedanke
sein, der willkürlich bei unternehmerischen
Entscheidungen zum Tragen kommt. CSR
gehört in den Zielen und Leitbildern der Unternehmen
verankert – und zwar verbunden
mit einer präzisen Definition der Werte, denen
sich das Unternehmen verpflichtet fühlt.
Jene Bereiche, in denen ein Unternehmen
eine besonders hohe soziale Verantwortung
wahrnimmt, sollten dabei auch aus einer ökonomischen
Perspektive zu den klassischen
Außenbotschaften des Unternehmens passen.
Der Fit zwischen CSR-Verhalten auf der einen Seite und Markenwerten und Markenpersönlichkeit
auf der anderen Seite sollte
stimmen. Denn CSR-Bemühungen sind
schließlich auch Investitionen in die Marke.
Wenn Konsumenten nach Wahrhaftigkeit
in und Identifikation mit einer Marke
suchen, hat das für das gesamte Branding
Konsequenzen. Vieles spricht dafür, dass
CSR als verzahnter Baustein einer einheitlichen
modernen Markenführung gesehen
werden kann. Durchleuchtet man nämlich
erfolgreiche Marken, so zeigt sich, dass diese
auch in den CSR-Disziplinen glänzen.
Denn die wesentlichen Fragen der Markenführung
(Woher kommen wir? Woran glauben
wir? Für welche Eigenschaften stehen
wir? Wohin wollen wir? Was tun wir? Was
können wir?) sollten auch die Basis für die
Entwicklung einer CSR-Strategie darstellen.
Mittlerweile ist unbestritten, dass CSR-Engagements
nicht nur Verbesserungen in
Imagewerten bringen, sondern in Zeiten der
gestiegenen Aufmerksamkeit für sozial-ökologische
Verantwortung der Unternehmen
ein maßgeblicher Umsatzfaktor sein können.
Dass also eine auf glaubwürdigen Werten
aufgebaute Marken- und CSR-Strategie auch
in der Wirtschaftskrise hilft, liegt auf der
Hand. Denn das Vertrauen der Konsumenten
in die Marke ist die tatsächliche Währung
auf den Märkten von heute und morgen. Auf
den fahrenden CSR-Zug nur aufzuspringen,
um der Krise zu entkommen, ist zumindest
mittelfristig zum Scheitern verurteilt.
Doch sollte die Krise für diejenigen Unternehmen,
die das Thema CSR bisher als
Trend-Erscheinung angesehen haben, Anlass
genug sein, zu überlegen, ob ein wirtschaftliches Überleben der Marke in Zeiten,
in denen immer mehr Menschen ihre Sympathie
für Marken und Produkte nach Gesichtspunkten
der Ethical Correctness und ökologischen Verträglichkeit vergeben, ohne
glaubwürdige Werte möglich ist.
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